DIESES JAHR BAUEN WIR MIT BAMBUS AUS SCHORNDORF!
Bambus hat eine ähnlich hohe Zugfestigkeit wie Stahl! Bambusrahmen sind nach unserer Bauart sehr (form-)stabil und (verwindungs-)steif, besitzen aber auch gewünschte dämpfende Eigenschaften. Uns fehlt die echte Langzeiterfahrung, aber wir glauben, dass unsere Rahmen 20 Jahre und länger im täglichen Gebrauch genutzt werden können. Sollte es Probleme geben (z.B. kleine Risse), kann es auch wieder repariert werden! Selbst gebrochene Rohre lassen sich austauschen!
Bestes Beispiel: Der hier abgebildete Crosser von Daniel aus 2016. Ein echter Allrounder. Mit Schutzblechen und Beleuchtung wird es als Alltagsrad genutzt. Am Wochenende brettert Daniel damit auch mal gerne durch den Wald. Im ‚Renntrimm‘ (Laufradsatz mit 25mm Bereifung) hat er damit u.a. am 300km ‚Canyon Night Ride‘ , dem Magstadter Nordschwarzwald RTF und bei ‚24h Rad am Ring‘ teilgenommen. Mittlerweile hat das Rad mit Daniel über 45.000km abgespult!
Die Rahmenrohre bestehen aus echtem Bambus - ein nachwachsender Rohstoff! Die Bambus-Rohre gibt es in verschiedenen Dicken, Ausführungen und Farben. Die Ausfallenden für das Hinterrad sind aus Aluminium, die in den Hinterbau aus Bambus eingeklebt werden. Die Hülle für das Tretlager und das Steuerrohr (für die Gabel) besteht auch aus Metall (Alu, Stahl, selten aus Carbon). Oder wir verwenden Tretlagermuffen und mehr aus alten, also recycelten aber natürlich sehr gut erhaltenen Alurahmen. Da diese Stellen allerdings mit Leinen umwickelt und dann mit Epoxidharz laminiert, geschliffen und oberflächenversiegelt werden, sieht niemand mehr diese metallische 'Stützverbindung'. Diese Mischung aus Metall, Leinen und Epoxid macht's - der Rahmen wird stabil und steif. Das Gewicht des Rahmens liegt, je nach Ausführung um die 2000 Gramm.
Der Kurs für den Rahmenbau im Werkstatthaus Stuttgart kostet derzeit 600 Euro. Es gibt auch Sonderkonditionen für Menschen, die wenig verdienen. Darin enthalten ist das Material für den Rahmen (Bambussrohre, Ausfallenden, Tretlager, Steuerrrohr, Leinen, Epoxyharzkleber...) und die persönliche Anleitung und Unterstützung beim Rahmenbau. Im Anschluss an den Kurs beraten wir dich zur individuellen Ausstattung (Laufräder, Schaltung, Bremsen, etc.) und helfen dir auch gerne beim Zusammenbau. Dabei entstehen je nach Ausstattungswunsch natürlich weitere Kosten.
Nein, eine Garantie von uns gibt es nicht! Den Rahmen baust du selber unter Anleitung und Aufsicht von erfahrenen Bambusrahmenbauern. Somit liegt die Verantwortung nicht mehr bei uns sondern bei dir. Aber keine Angst, bis jetzt ist noch kein Rahmen, der im Werkstatthaus gebaut wurde, gebrochen und selbst die ersten Rahmen - vor mehr als 10 Jahren gebaut - fahren immer noch! Und das Geniale an Bambusrahmen ist: Sollte der Rahmen mal zu Schaden kommen, z.B. bei einem Unfall, lässt er sich wieder reparieren! Das haben wir auch schon gemacht.
Die Bambusrohre für den Rahmenbau kommen aus Fernost. Wir beziehen diese von einem erfahrenen deutschen Lieferanten für hochwertiges Bambusrohr. Seit 2025 haben wir aber auch Bambus aus Schorndorf (siehe Foto) in Baden-Württemberg! Selbst geerntet! Damit experimentieren wir gerade, um sicher zu gehen, dass wir damit in Zukunft auch langlebige bamboo-beix bauen könnnen. Den ersten Rahmen mit Bambus aus Schorndorf haben wir 2026 gebaut! Demnächst mehr!
Auch Kinder können Bambusräder bauen. Unter Aufsicht und mit Einwilligung der Eltern ist das möglich.
Bambus lässt sich gut und einfach mit Säge, Feile, Raspel und Schleifpapier bearbeiten. Wir nutzen teilweise auch elektrische Geräte (z.B. Dremel) um einige Arbeitsschritte zu verkürzen. Der Rahmen wird in einer Rahmenlehre zusammengebaut, damit er später auch korrekt ausgerichtet ist. Einige Arbeitsschritte erfordern handwerkliches Geschick (z.B. das Leinenmaterial um die Verbindungsstellen/Muffen herum mit Sprühkleber zu fixieren). Aber alles passiert immer unter Anleitung und mit Unterstützung. Bis jetzt haben es alle geschafft und alle Räder fahren noch!
Überleg dir was du bauen willst! Mit Gravelbikes (Gravellenker, eher flache und tiefere Sitzhaltung) und Trekkingrädern (ähnlich wie Gravelbikes nur aufrechtere Sitzhaltung und gerade Lenker) haben wir die meisten Erfahrungen. Aber auch der Bau von Kinderrädern oder Lastenrädern ist denkbar! Beschäftige dich vor einem Kurs mit deiner Wunschgeometrie: Wie groß soll der Rahmen werden? Was ist dir sonst noch wichtig (Flaschenhalter, Gepäckträger, Schutzbleche...)? Aber keine Sorge, auch hier können wir dich beraten und zur Seite stehen bevor es losgeht!
Zugegeben, auch bei einem Bambusrad geht es leider noch nicht ganz ohne Chemie! Der ‚Klebstoff‘ ist ein Zweikomponenten Epoxidharz, welches bei der Verarbeitung gewissen Vorsichtsmaßnahmen (Handschuhe tragen, für Belüftung sorgen) unterliegt. Für einen Rahmen braucht es ca. 300 - 400 Gramm Epoxidharz und diesen gibt es inzwischen auch als ‚Green-Epoxy' oder ‚Bio-Epoxid', also mit weniger giftigen Anteilen für die Umwelt. Ist das Epoxidharz vollständig ausgehärtet, ist es ungiftig. Wird es weiter bearbeitet, also z.B. geschliffen, sollte eine Atemschutzmake getragen werden. Fertige Rahmen werden in der Regel mit Klarlack lackiert. Da gibt es aber auch ökologische Lacke. Es geht aber auch ganz ohne Lack, denn Bambus hat seine eigene Schutzschicht.
Wir denken, dass unsere Bambusräder in der Umweltbilanz besser sind, als Räder aus allen anderen Rahmenmaterialien. Denn Stahl-, Aluminuim- und besonders Carbonrahmen verbrauchen in der Herstellung viel Energie und Wasser und kommen oft aus Fernost. In Zukunft wollen wir Rahmen mit Bambus aus Deutschland bauen, somit haben wir für unser Bambus keine langen Transportwege mehr (im Foto zu sehen: Bambus aus Schorndorf bei Stuttgart). Inzwischen verwenden wir auch alte, aber gut erhaltene Alurahmen, um die relevanten Muffen am 'Alt'-Rahmen (Tretlagermuffe und Ausfallenden) herauszuflexen und bei uns für den Bambusrahmen zu verwenden. Das spart Epoxidharz und wir hauchen einem guten alten Alu-Rahmen ein zweites Leben ein! Unser Beitrag zur Kreislaufwirtschaft!
UND - auch wir glauben an den Fortschritt und können uns vorstellen in ein paar Jahren die Muffen individuell im 3-D Druck erstellen! Das ist schon machbar, aber leider noch sehr teuer.
Unter guten Bedingungen bauen wir in Kleingruppen (3-4 Rahmenbauer:innen) an fünf Wochenenden (Freitags - halber Tag, Samstags - ganzer Tag) unsere Rahmen. Wenn möglich treffen wir uns in der Bauphase auch mal unter der Woche. Wir machen alles in Ruhe und mit Spaß an der Sache. Zusammen mal ein Kaffee oder Tee im Café vom Werksatthaus oder ein kühles Feierabendbier an der Werkbank gehören auch dazu.
Na, dann frag mal unter (geschützte Schreibweise):
bildhauerei(ätt-Symbol)werkstatthaus(punkt)net